Künstliche Intelligenz: Zwischen Hype und Planungsrealität

Auch in der Planung von Immobilienprojekten kann Künstliche Intelligenz eingesetzt werden. Für Bjørn Polzin von apoprojekt verändert sie die Rolle der Planenden grundlegend.

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„Es geht nicht darum, endlos über Technologie zu reden. Es geht darum, zu sehen, wie diese Technologie in der realen Welt echte Wirkung entfaltet.“ Mit diesen Worten beschrieb Microsoft-CEO Satya Nadella kürzlich im OMR-Podcast einen Perspektivwechsel im Umgang mit Künstlicher Intelligenz: weg von experimentellen Tools, hin zu konkretem Nutzen.

Wir bei apoprojekt testen seit fast drei Jahren KI auf ihre Alltagstauglichkeit – auch in der Planung. Das Spektrum reicht von Textgeneratoren zur Erstellung und Bearbeitung von Ausschreibungen über Visualisierungs- und Simulations-Apps bis hin zu Anwendungen für die Variantenerstellung, automatisierte digitale Bestandserfassung und Mängelmanagement. Kaum ein Bereich bleibt unberührt. Vor allem in puncto Schnelligkeit und Verarbeitungskapazität sind Maschinen dem Menschen deutlich überlegen. Was früher Tage oder Wochen dauerte, erledigen sie innerhalb von Sekunden. Das Problem: Wir dürfen den Ergebnissen nicht blind vertrauen.

Die derzeit verfügbaren KI-Systeme können menschliche Kognition zwar überzeugend simulieren, besitzen aber nicht die Fähigkeit des Sinnverstehens. Selbst wenn die Datenqualität stimmt, sind sie immer noch anfällig für Verzerrungen und Halluzinationen. Unentdeckt setzen sich diese Fehler über den gesamten Prozess fort. Das kostet Zeit und Geld.

Anforderungen an Fachkräfte in der Planung
Relevanten Mehrwert bringt KI deshalb in erster Linie beim Delegieren repetitiver und regelbasierter Aufgaben. Gleichzeitig verschiebt sich die Rolle der Planenden. Sie werden zu „human quality gates“, sprich Qualitätsinstanzen, die KI-generierte Ergebnisse kritisch prüfen und validieren. Fachliche Urteilskraft, Erfahrung und Kontextwissen werden dadurch noch unerlässlicher.

KI wird Planende aus Fleisch und Blut nicht überflüssig machen. Sie verändert jedoch die Anforderungen an das Kompetenzprofil grundlegend. Gefragt sind Fachkräfte, die mit der hohen Transformationsgeschwindigkeit Schritt halten können – gefühlt erscheinen im Monatsrhythmus neue Modelle und Funktionen.

Hinzu kommt: Digitalisierung ist kein einmaliges Projekt mit klar definiertem Endpunkt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Die zentrale Herausforderung liegt darin, Mitarbeitende so zu befähigen, dass sie den Wandel nicht nur bewältigen, sondern souverän mitgestalten. Wenn das gelingt, wird Künstliche Intelligenz zum wirksamen Verstärker planerischer Exzellenz.

Autor: Bjørn Polzin, Leitung Planung bei apoprojekt


Bjørn Polzin gehört zu den Referenten des IMMOEBS ImmobilienForum. Am 24. Juni 2026 spricht er in seinem Impuls über Chancen und Grenzen von KI in der Planung, Make-or-Buy-Entscheidungen sowie den Faktor Mensch als Garant für Qualität und Vertrauen.

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