
Eines der Sorgenkinder des Immobilienmarktes sind bundesweit die bestehenden Bürogebäude. Teilen Sie die Sorge, dass man sich bei bis zu 30% des Bestandes die Frage stellen müsse, ob man noch einmal investiert oder doch eher abschreibt?
Es gibt zweifelsfrei Bestandsimmobilien, die es schwer haben werden. Der Markt bewegt sich klar in Richtung hochwertiger, zentral gelegener und nachhaltiger Flächen. Besonders abseits dieser guten Lagen wird es Objekte geben, die sich nicht mehr vermieten lassen. Hier muss dann sicherlich über Alternativnutzungen oder Abriss nachgedacht werden. Für das Gros der Büroflächen bin ich hingegen zuversichtlich, dass sich Investitionen in Raumkonzepte und Klimaneutralität lohnen.
Wie bewerten Sie aktuell den Frankfurter Büromarkt? Die Leerstände auf den Vermietungsmärkten sind zuletzt weiter gestiegen und nach wie vor sehen wir wenig Transaktionen.
Der Frankfurter Büromarkt zeigte im ersten Quartal 2025 bedingt durch drei Großvermietungen eine dynamische Entwicklung; die Spitzenmiete bleibt stabil bzw. hat leicht positive Tendenzen. Insofern sehen wir schon eine Nachfrage nach modernen und nachhaltigen Objekten im Innenstadtbereich – wie etwa dem neuen Central Business Tower. Von den vorhandenen und auch steigenden Leerständen sind größtenteils die Rand- und Stadtteillagen betroffen, nicht aber die City. Insgesamt bleibt die Assetklasse Büro auch künftig ein bedeutendes Marktsegment in Frankfurt.
Erwarten Sie, dass die Finanzierungsnachfrage im Laufe des Jahres steigt und welche Segmente werden hier besonders aktiv sein?
Wir erwarten, dass das Transaktionsvolumen weiter moderat ansteigen wird. Damit geht dann auch eine entsprechend höhere Finanzierungsnachfrage einher. Besonders dynamisch zeigen sich aktuell die Wohnimmobilienmärkte – vor allem in Ballungsräumen, wo das Angebot nach wie vor knapp ist. Die niedrigen Neubauzahlen treiben Mieten und Preise weiter nach oben und stärken damit die Attraktivität für Investoren. Logistikimmobilien, die zuletzt sehr gefragt waren, verlieren aufgrund der konjunkturellen Lage etwas an Dynamik – sowohl bei Vermietungen als auch bei Transaktionen.
Vielen Dank für das Gespräch.
