„Triathlon ist eine gute Schule“

Im Job performen, in der Familie präsent sein und obendrein den geliebten Sport nicht vernachlässigen. Kein leichtes Unterfangen, das schnell zu Frust und schlechter Stimmung führen kann. Wie macht man es also richtig? Klare und frühzeitige Planung mit der Familie sind wichtig und es darf auch ruhig mal eine Einheit ausfallen, findet Sebastian Blecke. Er ist COO der GSG Berlin, hat 3 Kinder und läuft seit vielen Jahren erfolgreich Triathlon. Der richtige Gesprächspartner, wenn man Tipps für die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Sport haben möchte.

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Job und Familie unter einen Hut zu bekommen, ist nicht immer einfach. Das wissen viele IMMOEBS-Mitglieder aus eigener Erfahrung nur zu gut. Wer in seiner Freizeit obendrein auch noch versucht, einen persönlichen Ausgleich zu finden, z.B. im Sport, der merkt schnell, dass 24 Stunden für einen Tag nicht immer ausreichen.

Wie gelingt also der Spagat zwischen Anforderungen im Job, Verpflichtungen in der Familie und Ausgleich im Sport? Dieser Frage sind wir nachgehen, denn gerade in unserer Immobilien-Community stehen Viele vor dieser Herausforderung.

Einer, der seinen Sport schon immer ambitioniert betrieben hat, ist Sebastian Blecke. Jahrgang 1975, 3 Kinder, seit 2011 Chief Operating Officer (COO) bei der GSG Berlin GmbH. Noch als Jugendlicher absolvierte Sebastian seinen ersten Triathlon. Es folgten unter anderem der IRONMAN in Roth und mehrere Teilnahmen an den IRONMAN Weltmeisterschaften, zuletzt 2024 auf Hawaii.

Wie organisiert er den Dreiklang aus Karriere, Familie und Sport? „Das ist nicht immer ganz einfach“, gibt er zu und hat uns am Rande unseres Sport-Events Fittest of Real Estate“ einige Fragen beantwortet:

Sebastian Blecke
Jahrgang 1975
3 Kinder
seit 2011 Chief Operating Officer (COO) bei der GSG Berlin GmbH
Dipl.-Bau-Ing. und Dipl.-Wirtsch.-Ing.

(Ausdauer-)Sport seit 1982
Triathlon seit 1990
Starts in 2. und 1. Triathlon-Bundesliga in den späten 1990‘er Jahren
Erster IRONMAN mit 22 Jahren (1997) in Roth
Mehrere Landesmeistertitel im Triathlon
Teilnahme IRONMAN Weltmeisterschaften 2015 (Kona), 2023 (Nizza), 2024 (Kona)
AWA Gold Athlete (besten 2% aller IRONMAN-Triathleten weltweit)

Sebastian, was Dich motiviert Dich, neben Job und Familie, einen so intensiven Sport wie Triathlon zu betreiben?
„Zunächst einmal ist Sport ein Ausgleich und eine wichtige Ergänzung zum Alltag. Mich persönlich motiviert außerdem, dass ich herausfinden möchte, was ich erreichen kann. Wo liegen meine Grenzen?“

 Siehst Du hier auch eine Parallele zum Job?
„Was die Motivation betrifft, kann man das sicherlich so sehen. Erreicht man als Sportler ein großes Ziel, fragt man sich: ‚What’s next?‘ Das gilt für Hobbysportler ebenso wie für Olympiasieger. Im beruflichen Alltag ist es nicht anders, hier fragt man sich auch, was als nächstes kommen kann, wenn man z.B. ein Projekt abgeschlossen oder bestimmte KPIs erreicht hat. Man setzt sich neue Ziele. Dafür ist Triathlon eine gute Schule, denn hier ist das Motto ganz klar: ‚Aufgeben ist keine Option‘.“

Wie schaffst Du es, deinen Tagesablauf – vor allen Dingen unter der Woche – so zu strukturieren, dass Du alles unter einen Hut bekommst?
„Das Zeitmanagement ist dabei extrem wichtig. Feste Rituale helfen dabei sehr. Bei mir weiß zum Beispiel mein gesamtes Umfeld, dass ich Montagsmorgens Schwimmen gehe. Das ist gesetzt. Habe ich um 9.30 Uhr einen Termin im Büro, muss ich das entsprechend einplanen und spätestens um 7.30 Uhr im Wasser sein. Daran halte ich mich.“

Wie viele Stunden planst Du für deinen Sport in der Woche ein?
„Bei mir stehen 10 bis 15 Stunden Training auf dem Plan. Ich persönlich versuche, morgens vor der Arbeit mein Pensum zu erledigen, weil mir abends die Motivation schwerer fällt. Man ist erschöpft vom Tag – dann noch Intervallläufe auf der Bahn zu absolvieren, ist kein Spaß. Wir haben zum Glück Duschen im Gebäude, so dass ich morgens gut ins Büro laufen kann und so zwei Fliegen mit einer Klappe schlage. Ich finde es aber auch wichtig, dass man nicht zu dogmatisch ist, es darf auch mal eine Einheit ausfallen.“

Deine Wochenenden sind sicher auch nicht sportfrei. Wie kommt das in der Familie an?
„Stimmt, der Großteil meines Trainings fällt ehrlicherweise ins Wochenende. Damit das nicht zu stark mit der Familie kollidiert, stehe ich auch an diesen Tagen relativ früh auf. So bin ich zum späten Frühstück wieder zu Hause – manchmal auch mit den frischen Brötchen vom Bäcker.“

Hast Du noch einen ultimativen Tipp, an den man sich unbedingt halten sollte, wenn man Job, Familie und Sport unter einen Hut bringen möchte?
„Der Rückhalt der Familie und des Partners ist wichtig, deshalb muss man unbedingt mit der Familie früh genug und klar besprechen, wie und wann das Training stattfinden kann. Wer kurzfristig erklärt, dass er übrigens heute Abend noch 3 Stunden Lauftraining macht, der sorgt bei seinen Familienangehörigen für böse Überraschungen und das kommt verständlicherweise selten gut an. Klare Kommunikation und gemeinsame Planung sind deshalb sehr wichtig. In meinem Fall konnten wir den Triathlon auch schon gut in unsere Urlaubsplanungen integrieren. Wenn das Ziel Hawaii oder Neuseeland ist, muss man nicht ganz so viel Überzeugungsarbeit bei der Familie leisten.“

FAMILIE & UMFELD EINBINDEN
Kommunikation mit Partner & Kindern
PARALLELEN BERUF & IRONMAN
Zielorientierung & Durchhaltevermögen
Rückhalt der Familie und des Partners ist wichtig!Fokussierung auf Erfolge und Fortschritte
Offen über das Geplante reden – No Surprises („Ich gehe übrigens heute noch 4 Stunden Radfahren, okay?“)Besseres Gefühl für „Progress“
(Wochen-) Pläne für das Training machen und kommunizierenAusgeglichenheit und wenn sich Erfolge einstellen auch Zufriedenheit
Wettkämpfe (gemeinsam) planenRealistische Planungen, was kann in welcher Zeit erreicht werden?
Urlaube mit Sport verbindenPositiveres Mindset bei Rückschlägen
Kein „Ego-Trip“: Auch mal eine Trainingseinheit ausfallen lassenAuch wenn es mal schwerfällt: Wille zum Durchhalten
„Failure is not an option“

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